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Da viele von uns mit dem Schluss unzufrieden waren - Martis und Linori trennen sich -, wollten wir uns selbst einmal als Schriftsteller versuchen. Hier sind ein paar Vorschläge!
... Als Linori ihre Familie wiedergefunden hatte, musste sie lange
überlegen, was dann aus mir werden sollte.
Es war ein sehr kalter Apriltag, als ich am Feuer der Rom saß und
überlegte. Plötzlich hörte ich jemanden ganz laut
schreien. Aber es war kein Schreien, das sich nach Angst anhörte,
eher nach Wut. Ich erkannte, dass Linori schrie, also ging ich los um
nachzusehen. Als ich vor einem großen, braunen Zelt stand,
hörte ich Stimmen. Es waren Linori und ihr Vater. Ich konnte nicht
hören, um was es ging, aber sie stritten sich. Linoris Vater
sprach ein paar Worte in seiner Sprache und man konnte meinen, dass
Linori ihm widersprach. Doch plötzlich hörte ich das
Gespräch ganz deutlich. Es ging um mich. Linori sagte, dass sie
nicht ohne mich gehen würde und sie wollte mit mir alleine einen
Stamm gründen. Darauf schrie ihr Vater los. Leider konnte ich
nicht verstehen, was er sagte, aber es hörte sich nach einem Nein
an.
Plötzlich hörte ich Schritte im Zelt, die immer näher
kamen. Ich versteckte mich schnell hinter einem Baum, als auch schon
Linori weinend aus dem Zelt rannte. Sie rief ein paar Mal nach mir,
doch ich antwortete nicht. Nachdem es im Zelt stell geworden war,
traute ich mich hinein. Dort saß Linoris Vater mit den
Händen vor der Stirn auf einem runden Holzhocker. Als er mich sah,
wollte er, dass ich verschwinde, doch ich ging nicht. Irgendwie konnte
ich Linoris Vater davon überzeugen, dass ich mit Linori einen
eigenen Stamm gründen wollte. Mich wunderte, dass ich ihn von mir
so schnell überzeugen konnte. Aber ich gab mich zufrieden und
überbrachte Linori gleich die Nachricht. Sie fiel mir vor
Glück um den Hals und küsste mich sogar auf die Backe.
Noch am selben Abend bedankte sich Linori bei ihrem Vater. Dann ging
sie aber schlafen. Am nächsten Tag weckten uns die Vögel und
nach dem Frühstücken packten wir unsere Sachen zusammen,
verabschiedeten uns von allen und zogen los. Ich sah Linori an, dass es
ihr schwer fiel zu gehen, aber sie kam damit klar. Als wir an eine
Lichtung am Waldrand kamen, sahen wir eine Hütte, die verlassen
wirkte, und beschossen, dass wir in dieser Hütte wohnen wollten
und dass wir doch keinen Stamm gründen wollten. Als sie mir sagte,
dass ich die Augen schließen sollte, küsste sie mich auf den
Mund und wir lebten glücklich bis an unser Lebensende.
(Nina)
... Ich setzte mich auf einen alten Felsbrocken. Ich überlegte,
wie mein Leben jetzt weitergehen sollte, so ganz ohne Linori. Lange
Zeit dachte ich über alle Abenteuer, die ich mit Linori erlebt
hatte, nach. Über das Hundeloch, die brennende Burg, die
Köhlerhütte, die Zollleute und über Linoris Familie.
Plötzlich übersprudelten mich Tausende von Fragen: Würde
ich Linori jetzt nie wiedersehen, wurde sie puri dai, und heiratet sie
jemanden eines anderen Stammes? Ich versuchte diese Gedanken und Linori
zu vergessen, aber es ging einfach nicht. Ich hatte die Ellbogen auf
den Knien und meinen Kopf in die Hände gestützt. Auf einmal
flog ein Falke am wolkenbedeckten Himmel vorbei. Ich blickte auf. Doch
anstatt des Falken war Linori vor mir. Sie stand wahrhaftig vor mir.
Ich wollte sie fragen, was passiert war, doch ich brachte keinen Ton
heraus. Sie ging zu dem Bild und sah den Vogel. Sie nahm ihn, kam zu
mir und erzählte, dass sie nicht mit ihren Leuten weiterziehen
wollte und dass sie sich entschieden hatte bei mir zu bleiben. Im
selben Augenblick guckte sie lächelnd auf den Vogel und sagte,
dass sie mich heiraten wolle. Bei diesen Worten stockte mir der Atem.
Sie wollte lieber bei mir bleiben als mit ihren Leuten zu ziehen und
dann wollte sie mich auch noch heiraten! Ich war natürlich damit
einverstanden und nach einem Jahr heirateten wir wirklich und
gründeten unseren eigenen Stamm namens "Berlin" (sprich: kurzes
"i"). Unseren Stamm gründeten wir in Augsburg und wohnten neben
einem Kloster. Wir übten weiter Gauklerkunststücke und Linori
wurde zwar keine puri dai, aber dafür eine puri bai und wir lebten
glücklich bis ans Ende unserer Tage.
(Anna)
... "Weißt du, was aus den Spielleuten geworden ist, Zanner?",
fragte ich ihn. Zanner nickte. "Sie konnten noch rechtzeitig
entkommen.", sagte Zzanner. Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Nach dem Angebot, einige Zeit bei ihm zu bleiben, das ich aber ablehnte, verabschiedete ich mich von ihm.
Ich ging zurück zu den Romleuten. "Werdet ihr hierbleiben?",
fragte ich Linori. "Nein, wir fahren morgen weiter. Komm doch mit
uns!", bat sie. Ich wollte gerne mitfahren, aber Linori war sicherlich
schon jemand anderem bestimmt. In diesem Moment bat mich Linoris Vater
doch neben ihm zu sitzen. Er dankte mir für Linoris Rettung und
schenkte mir eine Pandura. Die Romleute bewunderten Linoris Schmuck.
Ein Junge saß neben Linori und nahm sie zärtlich in den Arm.
Er war nur wenig älter als sie. Eifersucht ergriff mich. Für
mich stand der Entschluss fest. Ich würde nicht mitfahren. Allein
der Gedanke dabei zuzusehen, wie der Junge mit Linori glücklich
wurde, hielt mich davon ab, mit den Rom weiterzuziehen. In dieser Nacht
schlief ich unter dem Karren. Am nächsten Morgen wollte ich gerade
aufbrechen, als Linori mich rief und auf mich zukam. Sie umarmte mich.
"Martis, wo willst du hin? Komm mit uns, bitte!", flehte sie. "Und dein
Freier? Was ist mit dem?", fragte ich mit einem Anflug von Zorn. "Was
für ein Freier denn?", fragte Linori verwirrt. "Na der, der gerade
herkommt!", sagte ich und deutete auf den Jungen, der auf uns zukam.
Für einen kurzen Moment konnte ich Belustigung auf Linoris Gesicht
sehen. Sie sprach etwas in der Sprache der Rom zu dem Jungen und
deutete auf mich. Dann sagte sie zu mir:"Martis, das ist Charriu, mein
Bruder!" Ich spürte, wie ich rot anlief. Linori fragte wieder:
"Kommst du jetzt mit?" Charriu sagte etwas und Linori übersetzte.
"Er sagt, er wäre sehr froh, wenn du mitkommst. Er denkt, er
spricht im Namen all unserer Leute, wenn er das sagt." - "Nun, wenn das
so ist, gehe ich sehr gerne mit!", sagte ich. Linori war
überglücklich und umarmte mich. Ich gehörte bald zu der
Familie und fühlte mich nicht mehr so einsam wie zuvor. Ein paar
Jahre später heiratete ich Linori und wir bekamen viele Kinder.
(Gina)
... Als Linori und ich nach langer Wanderung in Regensburg ankamen,
waren wir erschöpft, doch Linori wollte unbedingt ihre Leute
sehen. Wir suchten in der ganzen Stadt und nach einer Weile sahen wir
die Karren auf dem Marktplatz. Linori rannte auf die Karren zu und
lachte laut. Ein paar Leute rannten Linori entgegen und umarmten sie.
Ich lief auch zu dem Platz und Linori stellte mich ihrer Familie vor
und erzählte, wie ich sie aus dem Moor gerettet hatte. Linoris
Vater grübelte etwas, bat uns aber schließlich in sein Zelt
zu kommen und etwas zu essen. Im Zelt schauten mich alle etwas komisch
an, bis mich Linoris Vater fragte: "Martis, willst du mit uns ziehen?
Du hast meine Tochter gerettet und hast deshalb das Recht mitzukommen."
Nachdem ich überlegt hatte, rief ich: "Ja, ich komme mit!" Linori
lächelte mich glücklich an. Wir saßen noch lange
zusammen und erzählten miteinander. Am nächsten Morgen
verabschiedete ich mich von Zanner, der mir etwas Verpflegung gab, und
wir zogen weiter in Linoris Heimat und ich wurde einer von ihnen.
Zanner und die Spielleute sah ich nie wieder.
(Carsten)
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