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Begriffsbestimmung

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Begriffsbestimmung

Die Bedeutung der Aufklärung für ihre Zeit: Eine Erörterung unter Bezugnahme auf I. Kant: "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?"

Die Gesellschaftsordnung des Mittelalters war hierarchisch strukturiert: Klerus und Adel standen an der Spitze während die Bauern bzw. Bürger ihnen untergeordnet und somit auch in ihrem Denken und in ihrer Individualität eingeschränkt waren.
Auf Grund dieses lang anhaltenden Zustandes war die Aufklärung, die selbstständiges Denken forderte, ein bedeutender Umschwung. Kant, der zu dieser Zeit lebte, forderte die Menschen auf, die gewohnten Verhältnisse aufzugeben und ihr Leben durch selbstständiges und nicht vorgegebenes Denken zu bewältigen. Um ihnen dies nahe zu bringen, definierte er erstmals den Begriff der Aufklärung in seinem weltbekannten Text: "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung ?".

Der Hauptgedanke seiner Erklärung beruht darauf, dass Aufklärung der "Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" ist. Um dieses verständlicher darzustellen, erläutert er vorerst "Unmündigkeit" und inwiefern diese "selbst verschuldet" ist: Wenn ein Mensch unfähig ist, "sich seines eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen", so ist er unmündig. Selbst verschuldet ist dies, wenn es nicht am Mangel des Verstandes, sondern an Bequemlichkeit und zu wenig Mut liegt.
Kant konkretisiert die Ursachen der Unmündigkeit weiter: Zum einen sind es Faulheit und Feigheit, welche die Gesellschaft und ihre Mitglieder in ihrem Denken lähmen. Des weiteren ist es die lebenslange Erziehung durch Vormünder, die den Menschen in seiner Selbständigkeit unterdrückt.
Daraus zieht Kant die Schlussfolgerung, dass es für jeden einzelnen Menschen fast unmöglich ist, sich "aus der Unmündigkeit herauszuarbeiten". Deshalb gibt es nur Einzelne, die sich trotzdem einen Weg zu selbständigem Denken erkämpft haben.
Trotzdem ist Aufklärung - auch der Masse - Kant zufolge ein unausweichlicher, ja ein "unausbleiblich(er)" Prozess, was auf die geistige Freiheit mancher selbstdenkender Menschen in dem großen "Haufen" zurückzuführen ist, die diesen voran treiben und andere sozusagen mit ihrem Denken "anstecken". Da dies zum einen sehr lange dauert, man zum anderen auch jedes scheinbar erreichte Ziel kritisch hinterfragen muss, ist Aufklärung ein immerwährender Prozess, dessen Ende unabsehbar ist. Daraus lässt sich schließen, dass die Menschheit zwar in einem Zeitalter der Aufklärung lebte aber nie in einem aufgeklärten Zeitalter leben wird.

Kants Traktat hat bis in unsere Zeit hinein Gültigkeit.
Damals wie heute leben wir in einem Zeitalter der Aufklärung, nicht aber in einem aufgeklärten Zeitalter, da nach Kants Definition "aufgeklärt sein" bedeutet, alles zu hinterfragen, auch das, was scheinbar bewiesen ist.
Dies ist theoretisch, jedoch nicht praktisch möglich, weil unser Leben zumindest in seiner banalsten Erscheinungsform auf Festgelegtem und Erwiesenem basiert: Man geht z.B. auf Nahrungssuche, wenn man Hunger hat und hinterfragt nicht, ob das "richtig" ist und man verlässt nicht bei Minustemperaturen mit nassen Haaren das Haus, da dies meist eine Erkältung zur Folge hat.

Des weiteren ist es ein "Muss", sich auf bestimmte Aussagen zu verlassen, da man selbst nicht das Wissen hat, diese anzuzweifeln.
Sehr deutlich wird dies z.B. bei der Auswahl von Medikamenten. Man verlässt sich auf das Wissen des Arztes.

Wenn man alles hinterfragen würde, gäbe es schließlich keinen Fortschritt sowie keine Weiterentwicklung mehr, da diese selbst und deren Grundlagen auch angezweifelt werden müssten. Letztlich sind aber auch diese Beispiele aus der Gegenwart nur ein Beweis für die These Kants, dass die Menschheit nie vollständig aufgeklärt sein kann.

Zu "Aufklärung"

Erstellt von Webmaster. Letzte Änderung: Webmaster, 05.09.2009 16:24 (ID: 106)

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